Qualitätskriterien in Krankenhäusern

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  • Mehr Qualität in Kliniken, Vergütung nach Qualität. Wer sollte gegen solche Ziele etwas einwenden? Doch die entscheidende Frage ist: Wie kann die Qualität verbessert werden, und um welche Art von Qualität geht es ganz genau?

    Diese Fragen werden aktuell im Artikel "Qualitäts-Messwerte verzweifelt gesucht" der Ärztezeitung gestellt.


    Als leicht messbar werden beispielsweise Maßnahmen, mit denen die Hygiene in Krankenhäusern verbessert werden kann ausgewiesen. Durch Fachpersonal, Desinfektionsspender an jedem Krankenzimmer, ausreichendes Reinigungspersonal und anderes mehr. Doch ist dieses eine angemessene Kennzahl für Qualität? Sollte ein zuverlässiges Hygiene- und Desinfektionsmanagement in Krankenhäusern nicht die Grundlage für die Zulassung sein? Hygiene im Krankenhaus sollte heutzutage so selbstverständlich sein wie das Vorhandensein von Rädern beim Kauf eines neuen Autos. Oder würden Sie das Vorhandensein von Reifen als Qualitätsmerkmal ansehen?

    Doch wie schwierig es ist, rechtssichere Qualitätsindikatoren zu finden, die auch noch wie vorgesehen ein finanzielles Zu- und Abschlagssystem rechtfertigen, zeigt sich immer deutlicher. In der Antwort auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag bezieht sich die Bundesregierung immer wieder auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) und das neue Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG).

    Mit dem Krankenhausstrukturgesetz werde kein flächendeckendes Pay-for-Performance-Modell eingeführt. Der GBA erhalte die Aufgabe, einen Katalog von Leistungen und Leistungsbereichen, die sich für eine qualitätsabhängige Vergütung eignen, festzulegen.
    "Die Entscheidung, ob und wie viele Leistungen oder Leistungsbereiche in das System von Qualitätszu- und -abschlägen einbezogen werden, trifft der GBA ... auf der Grundlage der ... Empfehlungen des IQTiG", schreibt die Bundesregierung. Es sei also eine umsichtige und schrittweise Einführung vorgesehen.

    Fünf Kriterien für Indikatoren
    Der GBA muss präzisieren, was sich Gesundheitspolitiker ausgedacht haben. Klinikqualität zu steigern klingt nach Patientenschutz. Das kommt immer gut an. Um den Realitätscheck müssen sich andere - GBA und IQTiG - kümmern.
    Wie komplex das Vorhaben wird, skizzierte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im GBA. So müssen die gesuchten Qualitätsindikatoren fünf Kriterien erfüllen, um rechtssicher zu sein:
    • valide
    • verlässlich
    • verhältnismäßig
    • verbindlich
    • zuschreibbar

    Die Ergebnisse der Analyse von Indikatoren müssten eindeutig dem einzelnen Leistungserbringer zugeordnet werden können. Das werde noch ein großes Problem.

    Eine andere Gefahr sieht die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffen (Grüne). "Wenn man einem Krankenhaus Zeit lässt, Qualitätsziele zu erreichen, halte ich es nicht für richtig, es trotz schlechter Qualität mit Abschlägen weitermachen zu lassen", sagte sie bei den Petersberger Gesprächen. Sie könne als Ministerin niemandem erklären, warum sie ein solches Haus nicht schließe. Es ist ohnehin ein Rätsel, wie eine Klinik ihre Qualität verbessern soll, wenn ihr gleichzeitig Geld gekürzt wird.

    Ggf. könnte ja auf die klassischen Qualitätskriterien aus dem Qualitätsmanagement zurückgegriffen werden. Hier finden sich mit Sicherheit einige Kennzahlen in den Bereichen:

    Strukturqualität: Die Strukturqualität umfasst die Ausstattung (personell, materiell, räumlich) des Unternehmens und ist dabei unterteilt auf den Mitarbeiter, den Kunden, ihre Beziehung zueinander und die Rolle des Unternehmens in der Umwelt.

    Prozessqualität: Die Prozessqualität bezieht sich auf alle Handlungen im Unternehmen, um das Unternehmensziel zu erreichen.

    Ergebnisqualität: Die Ergebnisqualität bezieht sich auf den Grad des erreichten Erfolges (einer Maßnahme), z.B. anhand eines Vorher-Nachher-Vergleichs.

    Kundenzufriedenheit: Die Kundenzufriedenheit bezieht sich auf das individuelle Erleben des Kunden und dessen Zufriedenheit mit den erbrachten Leistungen.
    Anmerkung: Aus persönlicher Sicht kann ein Patient die Hygiene im Krankenhaus kaum bewerten (s.o.), wenn der Pfleger oder Arzt nicht gerade offensichtlich verschmutzte Hände hat, oder Mäuse über den Flur laufen. Hier würden eher Fragen zur Zufriedenheit mit der Betreuung, Beratung, Freundlichkeit, usw. zum tragen kommen. Diese Punkte sollten bei einem Dienstleistungserbringer doch stets berücksichtigt werden.
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    -Qualitätsmanagement und Mediation-

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