Interkulturelle Mediation und Konfliktmanagement - Mediatorinnen und Mediatoren gesucht

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  • »Bochumer Aufruf«: Bewerbung für das Kernteam
    Mediatoren und Berater gesucht

    Projekt zur professionellen Beratung zu Kommunikation, Kooperation und Konfliktmanagement von Kommunen und sozialen Organisationen

    Zum 2. Netzwerktreffen des »Bochumer Aufrufs« trafen sich Mediatoren, Integrationsbeauftragte aus Kommunen und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit am 20.04.2016 in Bochum. Im Mittelpunkt standen die Diskussion, wie ein professionelles Beratungsangebot zu Kommunikation, Kooperation und Konfliktmanagement in Kommunen und sozialen Organisationen erarbeitet werden könnte und der Status Quo über die nächsten Schritte zur Umsetzung.

    Prof. Dr. Andreas Zick vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld sprach zu Beginn über die »Chancen und Risiken für den gesellschaftlichen Zusammenhalt« und präsentierte die neuesten Forschungsergebnisse und Meinungsumfragen zu Migration und Integration. In seinem informativen Beitrag zeigte er deutlich, dass ca. 30-35 % der Bevölkerung eine eher ablehnende Haltung gegenüber der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung einnehmen. Ein kleinerer Teil hat sich im letzten Jahr radikalisiert. Auf der anderen Seite haben ein Drittel der Bevölkerung ein dezidiert positives Verhältnis gegenüber den Flüchtlingen. Dabei zeigt sich, dass im Umgang mit den Flüchtlingen auch die Fragen der eigenen Identität ständig neu gestellt werden müssen. Entscheidend sei »Vorurteilsbearbeitung« und die Sicherung der Gesprächsfähigkeit in kommunalen Netzwerken. »Die Potentiale einer Zivilgesellschaft, die aktiv Integrationsprozesse fördert, sind vorhanden, müssen aber gehoben und sorgsam weiterentwickelt werden. «
    Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, erläuterte die Bemühungen der großen Stiftungen, eine Initiative zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei Migration und Integration zu entwickeln. Die Stiftung Mercator will vor allem übergreifende Trainings- und Beratungsangebote für Kommunen, Angebote zu interkulturellem Konfliktmanagement und die Gestaltung von Dialogprozessen unterstützen. Dabei wird sie den »Bochumer Aufruf« aktiv fördern.

    Kurt Faller als Sprecher der »Forschungsgruppe Konfliktmanagement« der Akademie der Ruhr-Universität Bochum berichtete über den Stand der Entwicklung des Projekts. In einer Aufbau- und Pilotphase von September 2016 bis Juni 2018 soll ein regional strukturiertes, bundesweites Netzwerk von internen und externen IntegrationsmanagerInnen aufgebaut werden. An der Akademie der Ruhr-Universität Bochum wird eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

    Der aktuelle Diskussionsstand der Initiative »Bochumer Aufruf« mit dem Schwerpunkt: Zusammenhalt und Zusammenleben in der Kommune


    Kommunen sind im Kontext der aktuellen Einwanderungsdynamik in besonderer Weise gefordert: Sie gewährleisten mit der Bereitstellung von Unterkünften vor Ort die »Erstaufnahme«, sorgen für entsprechende Infrastrukturvoraussetzungen und sind zudem in der Pflicht, den Zugang zu Schul- und Bildungsangeboten herzustellen.
    Gleichzeitig entscheidet sich vor Ort, ob diese Herausforderungen im Dialog mit der eingesessenen Bevölkerung bewältigt werden können.
    Für den Bochumer Aufruf ergeben sich daraus drei Schwerpunkte:

    1. Gesellschaftlicher Zusammenhalt in der Kommune

    Fragen dazu sind:
    • Wie sehen die historischen und aktuellen Rahmenbedingungen für den Integrationsprozess in der Kommune aus?
    • Gab es in der Vergangenheit und besonders im letzten Jahr besondere Ereignisse?
    • Wo gibt es Gemeinsamkeiten und Ansatzpunkte für Dialog und Verständigung?

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    2. Konfliktfestigkeit der Strukturen und Prozesse


    Fragen dazu sind:
    • Wie gestaltet sich die Information, Kommunikation und Kooperation der unterschiedlichen Institutionen im Integrationsprozess?
    • An welchen Punkten gibt es Spannungsfelder und Konflikte?
    • Gibt es verabredete Strukturen und Formen der Konfliktregelung?

    3. Zukunftsdialog zum Zusammenleben


    Die Fragen dazu sind:
    • Wo gibt es Ansatzpunkte für einen zukunftsorientierten Dialog zu Zusammenhalt und Zusammenleben in der Kommune?
    • Wie kann der Dialog gemeinsam von Anwesenden und Ankommenden geführt werden?
    In Kooperation mit dem Stiftungsnetzwerk arbeitet die »Forschungsgruppe Konfliktmanagement« daran, eine Koordinierungsstelle für ein bundesweites Mediatons-Netzwerk aufzubauen. In einer Pilotphase bis 2018 soll in sieben Regionen ein Kernteam von 50 SystemdesignerInnen und IntegrationsmanagerInnenaufgebaut werden, das interessierte Kommunen berät und sie unterstützt, Kommunikations- und Konfliktmanagementsysteme zur aktuellen Konfliktregelung und Projekte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu entwickeln.

    Eine frühe Erkennung, Erfassung und interessensorientierte Bearbeitung von Konflikten ist ein entscheidendes Element für das Gelingen der Integration und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in diesem Prozess. Damit Bearbeitungsformen wie Mediation wirksam eingesetzt werden können, müssen Strukturen für das Konfliktmanagement in den Kommunen aufgebaut werden. Das ist das zentrale Anliegen des »Bochumer Aufrufs«.

    Nach der 2. Netzwerk-Konferenz werden von Mai bis August 2016 die Voraussetzungen geschaffen. Über das Stiftungsnetzwerk werden Kommunen gewonnen, die bereit sind, sich an der Pilotphase zu beteiligen. Gleichzeitig schafft das Stiftungsnetzwerk einen Rahmen und erarbeitet eine zentrale, breit kommunizierte Erklärung, der sich die Pilotkommunen anschließen können.
    Ebenso wird über den Bochumer Aufruf ein Bewerbungsverfahren für MediatorInnen und BeraterInnen in Gang gesetzt. Mit den ausgewählten Bewerberinnen und internen Verantwortlichen aus den am Projekt beteiligten Kommunen wird in jeder Region eine Ausbildungsgruppe von 16-18 Personen zusammengestellt. Diese Ausbildungsgruppen gehen ab 09/16 - 12/17 in einen gemeinsamen Prozess, der Theorie und Praxis eng verbindet. Die Theorie wird in einem weiterbildenden Studiengang »Integrationsmanagement und Systemdesign« in fünf Modulen vermittelt. Die Absolventen erhalten ein Zertifikat der Ruhr-Universität Bochum. In der Studiengruppe werden je nach der Zahl der beteiligten Kommunen 3-5 Teams gebildet, die jeweils eine Pilotkommune betreuen. Diese Teams werden von der Ausbildungs- und Projektleitung betreut.


    Roadmap Systemdesign-Schleife
    In diesen 15 Monaten wird in den Modulen und der praktischen Arbeit in den Kommunen in den 20 Schritten der Systemdesign-Schleife gearbeitet. Die Systemdesign-Schleife bildet eine Art Roadmap für interne Verantwortliche und externe BeraterInnen, um immer gleichzeitig die Konzentration auf die konkrete Arbeit in dem jeweiligen Schritt und die Übersicht über den Gesamtprozess zu sichern. Diese Vorgehensweise hat sich in komplexen Projekten in Unternehmen und großen Organisationen sehr bewährt.

    Die Systemdesign-Schleife umfasst vier Arbeitsschleifen für das Team aus internen Verantwortlichen und externen Mediatoren und drei Meilensteine, an denen die Entscheidungsträger in den Kommunen die Ergebnisse beurteilen und Entscheidungen fassen.
    Die Arbeitsschleife 1 hat das Ziel, den Rahmen zu klären und den Auftrag zu konkretisieren. Angeregt wird eine gemeinsame Erklärung der relevanten Player der Stadtgesellschaft – sei es, dass sie sich einer zentralen Erklärung anschließen oder eine eigene erarbeiten. In Meilenstein 1 wird der Auftrag für eine Untersuchung – eine Analyse der Konfliktfestigkeit – und für die Erstellung einer Expertise erteilt.

    Diese Arbeit wird in der Arbeitsschleife 2 mit einer internen Pilotgruppe umgesetzt. Erst wird eine Übersicht über alle kommunalen, staatlichen, sozialen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten und Abläufe zur Integration hergestellt. Auf dieser Basis werden die Spannungsfelder, Probleme in der Kommunikation und Kooperation der unterschiedlichen Institutionen, interkulturelle Problemlagen und Konfliktfelder eruiert und ein Plan zur vertieften Befragung erarbeitet. In den Interviews wird vor allem geprüft, wie zufrieden die Beteiligten mit den bisherigen Formen der Information, Kommunikation und Konfliktregelung sind. Die Interviews werden ausgewertet und eine Expertise mit konkreten Vorschlägen erarbeitet. Im Meilenstein 2 werden die Ergebnisse der Analyse und die Vorschläge für präventive Maßnahmen, Strukturen für Kommunikation, Konfliktregelung und Feedback und für Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote präsentiert. Die Kommunen entscheiden, welche Vorschläge umgesetzt werden sollen.

    In der Arbeitsschleife 3 wird ein konkretes Design der beschlossenen Maßnahmen, Interventionen und Trainings erarbeitet und Schritt für Schritt umgesetzt. Dieses Design baut auf den bestehenden Verfahren auf und ergänzt sie mit Instrumenten und Projekten aus dem oben erwähnten Integrations-Werkzeugkasten. So entsteht ein jeweils eigenes, passgenaues Design für die Kommune, das in enger Kooperation mit den internen Verantwortlichen gestaltet ist.

    Gleichzeitig wird ein Handbuch zu »Kommunikation, Kooperation und Konfliktregelung im Integrationsprozess« erarbeitet, in dem die möglichen Verfahren und Unterstützungssysteme dargestellt werden. Dazu wird auch ein regionales Netzwerk von MediatorInnen, SupervisorInnen und BeraterInnen aufgebaut. Diese Ergebnisse werden im Meilenstein 3 der Öffentlichkeit in der Kommune präsentiert und auf Dauer verankert.

    In der Arbeitsschleife 4 geht es darum, die Erkenntnisse in zukunftsorientierte Dialogprozesse einzubringen und zur Frage: »Wie wollen wir in Zukunft im Stadtteil zusammenleben?« Zukunftswerkstätten und Bürgerdialoge durchzuführen.
    Verantwortliche aus Kommunen, sozialen Organisationen und zivilgesellschaftliche Initiativen sowie MediatorInnen, die sich für das Kernteam bewerben wollen, können sich zur Information und Beratung an die »Forschungsgruppe Konfliktmanagement« der Akademie der Ruhr-Universität Bochum wenden.

    Mediatorinnen und Mediatoren, Beraterinnen und Berater gesucht!

    Bewerben Sie sich!

    Kontakt:
    Heike Gronau
    Akademie der Ruhr-Universität gGmbH
    Universitätsstraße 142
    44799 Bochum
    Telefon: 0234 32 – 25163

    E-Mail: Heike.Gronau@akademie.ruhr-uni-bochum.de



    Quelle: mediationaktuell
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